Warum eine solide Preiskalkulation für dein Kosmetikstudio unverzichtbar ist
Ein erfolgreiches Beautystudio erfordert nicht nur tolle Behandlungen, sondern auch eine durchdachte betriebswirtschaftliche Planung. Einer der häufigsten Fehler, den viele Studioinhaberinnen machen, ist die fehlende oder unzureichende Preiskalkulation im Beautystudio.
Doch warum ist sie so entscheidend, was gehört dazu, und wie setzt du sie richtig um? In diesem Artikel erfährst du alles, was du dazu wissen musst.
Seien wir doch mal ehrlich: viele von uns haben den Traum eines eigenen Beautystudios. Mit netten Kundinnen, einer erfüllenden Arbeit, freier Zeiteinteilung und natürlich mit einem Verdienst, von dem wir gut leben können.
Wir beherrschen unser Handwerk, finden schöne Räumlichkeiten, richten uns ein und machen einen Behandlungsplan. Nur was soll so eine Behandlung kosten? Da wird dann mal schnell in der Umgebung geschaut und verglichen. Im schlimmsten Fall werden die eigenen Behandlungspreise etwas günstiger angesetzt als bei den eh schon günstigeren Studios in der Nähe (man ist ja auch gerade erst im Aufbau). Im besseren Fall platziert man sich im unteren Drittel.
Aber du kannst ja gar nicht wissen, ob die Studios in der Umgebung gut kalkuliert haben. Und direkt vergleichen kannst du dich auch nicht, denn wir alle haben andere Kosten und Bedürfnisse.
So machst du den ersten großen Fehler, bevor du überhaupt eröffnet hast. Denn eins ist klar: kurz nach der Eröffnung, wenn du die ersten Kundinnen gewonnen hast, die Preise zu erhöhen, ist deutlich schwieriger und lässt sich nur schwer erklären.
Warum ist eine Preiskalkulation so wichtig?
Viele Kosmetikerinnen setzen ihre Preise zu niedrig an, weil sie meinen, wenn sie günstiger sind als andere, werden die Kundinnen schon kommen.
Dabei bleibt völlig unberücksichtigt, dass nicht nur Materialkosten gedeckt werden müssen, sondern auch Fixkosten, Steuern und der eigene Arbeitslohn. Ohne eine korrekte Kalkulation kann es passieren, dass du zwar viele Termine hast, aber am Monatsende kaum Gewinn machst. Eine durchdachte Preiskalkulation im Beautystudio hilft dir dabei:
- Sicherzustellen, dass alle Kosten gedeckt sind
- Einen angemessenen Gewinn zu erzielen
Denn klar lieben wir unsere Arbeit, aber davon leben wollen wir doch auch, oder?!
Was gehört zu einer professionellen Preiskalkulation?
Damit deine Preise wirtschaftlich tragfähig sind, sollten folgende Faktoren in die Berechnung einfließen:
- Materialkosten: Was kostet dich jedes Produkt, das du für eine Behandlung nutzt?
- Fixkosten: Miete, Versicherungen, Strom, Wasser, Telefon, Marketing, Software und andere laufende Kosten.
- Variable Kosten: Reinigung, Verbrauchsmaterialien, Reparaturen.
- Steuern & Abgaben: Umsatzsteuer (falls relevant), Einkommenssteuer, ggf. Gewerbesteuer.
- Arbeitszeit & Wunschgehalt: Wie viele Stunden kannst und möchtest du pro Monat arbeiten? Wie viele Stunden bekommst du effektiv bezahlt? Wie hoch muss DEIN Gehalt sein, damit du von deinem Studio leben kannst? Achtung! Dein Gehalt ist nicht der Gewinn aus deinem Studio, streng genommen gehört es zu den Fixkosten.
- Gewinnaufschlag: Der Gewinn deines Studios entsteht erst, nachdem alle Kosten (Miete, Material, Steuern, dein Gehalt usw.) bezahlt wurden. Ein gewisser Gewinnanteil ist wichtig, um für Investitionen, Rücklagen oder künftige Ausgaben genutzt zu werden.
Wie setzt du die Preiskalkulation um?
Eine professionelle Preiskalkulation erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Hier sind die Schritte, die du durchführen solltest:
- Erfasse alle Kosten: Erstelle eine detaillierte Liste aller Fix- und variablen Kosten.
- Berechne deinen Stundensatz: Addiere alle monatlichen Kosten und teile sie durch die Anzahl der abrechenbaren (!!) Arbeitsstunden, die du realistisch pro Monat leisten kannst.
- Materialeinsatz kalkulieren: Berechne, welche Kosten pro Behandlung anfallen.
- Gewinn einplanen: Dein Preis sollte nicht nur Kosten decken, sondern auch einen Gewinnaufschlag enthalten.
Wenn du nun weißt, wieviel du im Monat verdienen musst und weißt, wie viele Stunden am Kunden du arbeiten kannst, rechnest du alles auf einen Minutenpreis runter. Also auf den Preis, den du pro Minuten von deinen Kunden nehmen musst. Wenn du den kennst, kannst du dein Behandlungsmenu inklusive Preisen ganz einfach zusammenstellen.
Eine durchdachte Preiskalkulation ist kein Hexenwerk, aber wirklich absolut wichtig, um dein Kosmetikstudio erfolgreich zu führen.
Hast du deine Preise schon einmal durchgerechnet? Falls nicht, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um damit zu starten!
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